Was ist Neurodivergenz?

Formen der Neurodivergenz

 

Zu den bekanntesten und häufigsten Formen der Neurodivergenz gehören:

Autismus-Spektrum-Störung (ASS): Kennzeichnet sich durch Unterschiede in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch sich wiederholende Verhaltensmuster und spezialisierte Interessen.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Bezieht sich auf Unterschiede in der Aufmerksamkeitssteuerung, Impulsivität und oft auch Hyperaktivität (innere oder äußere Unruhe).

Dyslexie (Lese-Rechtschreib-Störung): Betrifft die Fähigkeit, Sprache und Schrift zu verarbeiten, was das Lesen und Schreiben erschwert.

Dyskalkulie (Rechenschwäche): Eine spezifische Lernstörung, die die Fähigkeit zur Verarbeitung mathematischer Informationen und Zahlen betrifft.

Dyspraxie (Entwicklungsstörung der Koordination): Führt zu Schwierigkeiten bei der Planung und Ausführung motorischer Aufgaben und kann auch die Sprachproduktion und Organisation beeinflussen.

Tourette-Syndrom: Eine neurologische Störung, die durch plötzliche, wiederholte, nicht-rhythmische motorische und vokale Tics gekennzeichnet ist.

ADHS Erwachsene

Wie sich ADHS anfühlt

 

Aufmerksamkeit und Konzentration: Erwachsene mit ADHS haben oft das Gefühl, dass ihre Gedanken ständig in Bewegung sind, ähnlich einem „Gedankenkarussell“. Es fällt ihnen schwer, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren, weshalb sie sich leicht ablenken lassen, Dinge vergessen oder verlieren. Gleichzeitig können sie sich bei Themen, die sie stark interessieren, „hyperfokussieren“ und stundenlang hochkonzentriert arbeiten, was die Komplexität der Symptome verdeutlicht.

Hyperaktivität und innere Unruhe: Die körperliche Hyperaktivität der Kindheit weicht oft einer inneren Getriebenheit und Anspannung. Betroffene fühlen sich "ständig unter Strom" und haben ein hohes Ruhebedürfnis, wenn sie überfordert sind. Das kann sich auch in nervösen Angewohnheiten wie Zappeln mit den Füßen, Herumspielen mit Gegenständen oder unaufhörlichem Reden äußern.

Impulsivität: Impulsives Verhalten kann sich in unüberlegten Handlungen, schnellen Themenwechseln im Gespräch und dem häufigen Unterbrechen anderer äußern. Dies kann zu Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen führen, da die Betroffenen oft vorschnelle Äußerungen bereuen oder ungeduldig sind. Auch spontane und unkontrollierte Einkäufe können ein Zeichen sein.

Emotionen und Stresstoleranz: Schnelle und starke Stimmungsschwankungen sind typisch. Wutausbrüche über Kleinigkeiten können sich mit Momenten von Euphorie abwechseln. Betroffene haben oft eine geringere Stresstoleranz und reagieren auf emotionale Auslöser stärker als andere. Sie fühlen sich schnell überfordert und haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu regulieren.

Desorganisation: Ein chaotisches Alltagsmanagement ist weit verbreitet. Betroffene haben Schwierigkeiten, sich zu organisieren, Prioritäten zu setzen, Termine einzuhalten oder den Haushalt zu strukturieren. Dies führt oft zu Unordnung, Vergesslichkeit und einem Gefühl der Überforderung.

ADHS Kinder

 

Wie sich ADHS anfühlt

 

Unaufmerksamkeit: Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, sich über längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Sie sind leicht ablenkbar, machen Flüchtigkeitsfehler und vergessen Dinge schnell. Sie wirken im Unterricht oft verträumt oder hören scheinbar nicht zu.

Hyperaktivität: Ein übersteigerter Bewegungsdrang ist typisch. Die Kinder können nicht still sitzen, zappeln, wippen mit den Beinen und sind ständig in Bewegung. Das äußert sich auch in einem hohen Redebedarf.

Impulsivität: Impulsive Kinder können ihre Reaktionen und Handlungen kaum kontrollieren. Sie platzen mit Antworten heraus, bevor die Frage beendet ist, unterbrechen andere und haben Schwierigkeiten, abzuwarten, bis sie an der Reihe sind. Ihr Handeln ist oft unüberlegt, was zu einem erhöhten Unfallrisiko führen kann.

Autismus Erwachsene

Wie sich Autismus anfühlt

 

Soziale Interaktion und Kommunikation: Autistische Erwachsene empfinden soziale Situationen oft als anstrengend. Smalltalk wirkt sinnlos, und es fällt ihnen schwer, die ungeschriebenen Regeln der Kommunikation zu verstehen. Nonverbale Signale wie Mimik, Gestik oder Blickkontakt können falsch oder gar nicht gedeutet werden, was zu Missverständnissen führt. Viele Autisten empfinden es als mühsam, sich in andere hineinzuversetzen, was aber nicht bedeutet, dass sie unempathisch sind. Oft haben sie einfach Schwierigkeiten, die Gefühle anderer zu erkennen oder angemessen darauf zu reagieren.

Wahrnehmung: Viele Autisten nehmen ihre Umwelt intensiver oder ungefilterter wahr. Geräusche, Licht oder Gerüche können extrem intensiv sein und schnell zu einer Reizüberflutung führen, die das Gefühl von Überforderung und Stress verstärkt. Andere können wiederum eine Unterempfindlichkeit haben und beispielsweise Schmerzen kaum spüren.

Routinen und Spezialinteressen: Ein starkes Bedürfnis nach festen Abläufen und Routinen ist typisch, da dies ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle vermittelt. Veränderungen können Angst oder Unruhe auslösen. Häufig haben Autisten sehr intensive und spezifische Interessen an bestimmten Themen (z. B. Geschichte, Technik, Sprachen), in die sie sich tief einarbeiten.

Autismus Kinder 

Kernerlebnisse autistischer Kinder

 

Soziale Verwirrung: Das Kind versteht oft die ungeschriebenen sozialen Regeln, Mimik, Gestik und den Tonfall anderer nur schwer. Es fühlt sich, als würde es eine andere "soziale Sprache" sprechen, was zu Verwirrung, Frustration und dem Gefühl des Außenseiterseins führt.

Reizüberflutung: Viele Kinder erleben die Welt als sensorisch überwältigend. Laute Geräusche, grelles Licht oder bestimmte Berührungen können körperliche Schmerzen oder große Angst auslösen. Das Gefühl ist chronischer Stress, da die Umgebung "zu laut" oder "zu grell" ist.

Bedürfnis nach Kontrolle: Die Welt ist unvorhersehbar, daher bieten starre Routinen und Rituale emotionale Sicherheit. Jede unerwartete Veränderung kann eine massive Belastung auslösen, die sich in Wutanfällen oder Rückzug äußert.

Intensiver Fokus: Das Kind verspürt oft tiefe Freude und Ruhe beim Eintauchen in Spezialinteressen, wo es volle Kontrolle und Expertise hat.

Ausdrücken von Gefühlen: Es fällt dem Kind schwer, seine eigenen inneren Zustände (z.B. Hunger, Schmerz, Angst) zu erkennen und verbal auszudrücken, was zu nonverbalen Wut- oder Angstreaktionen führen kann.

Vorträge Neurodivergenz 

Die Kraft der Vielfalt: 

Vorträge zur Neurodivergenz

 

Vorträge zum Thema Neurodivergenz sind ein essenzielles Instrument, um ein breiteres Verständnis für die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne zu schaffen. Im Fokus steht die Aufklärung darüber, dass Zustände wie Autismus, ADHS, Dyslexie oder Dyskalkulie keine "Krankheiten" oder "Defekte" darstellen, sondern alternative neurologische Entwicklungen und Denkweisen.

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